Der Anarcho-Bankier

Erschienen in «Brandeins», 1. Januar 2008

Konrad Hummler ist: frech, lustig, kreativ. Und erfolgreich. Porträt eines ungehörigen Eidgenossen.

© Lukas Egli, 2008

Moderne Banker erkennt man am Wagen, an der Uhr und der Wohnung: groß, neu und teuer. Einen Bankier hingegen erkennt man, wenn überhaupt, an seiner Zurückhaltung, wenn es um Wertsachen geht. Während man den Banker in der Zeitung findet, beispielsweise wenn er sein exorbitantes Gehalt rechtfertigt, existieren vom Bankier kaum Wortmeldungen. Sein Geschäft ist die Diskretion.Da wundert es nicht, dass der Privatbankier Konrad Hummler als Enfant terrible gilt. Vor ein paar Tagen war es wieder so weit. Nach einem Vortrag kam er aufgekratzt aus dem voll besetzten Saal. „So, jetzt brauch‘ ich erst einmal etwas zu trinken“, sagte er und rannte zur Theke. Nichts und niemand konnte ihn aufhalten, auch keiner der zahlreichen Gratulanten, die ihm entgegenstrebten und gern seine Hand geschüttelt hätten. Als er zurückkam, sagte er, als müsse er sich entschuldigen: „Diese Vorlage musste ich doch einfach nutzen! “

Eigentlich hätte der Geschäftsführer der Privatbank Wegelin & Co. zum alljährlichen Herbsttreffen der Industrie- und Handelskammer St. Gallen-Appenzell nur ein kleines philosophisches Intermezzo beisteuern sollen. Nach den Referaten sowie einer Podiumsdiskussion mit örtlicher Polit- und Wirtschaftsprominenz standen zehn Minuten „Reflexion“ auf dem Programm. Doch der Privatbankier und Sponsoringpartner neben der gewichtigen St. Galler Kantonalbank betrat die große Bühne der Sankt Galler Olma-Halle mit den Worten: „So, nachdem die große Bank Geld sponsern durfte, werde ich von der kleinen Bank nun versuchen, etwas nachzudenken.“ Der Saal – mehr als 1000 Unternehmer und Unternehmerinnen aus der Ostschweiz – lachte. Schon hatte er sein Publikum in der Tasche. Es ist diese Mischung aus Ironie, Understatement und Unverfrorenheit, die ihm in der Finanzwelt viele Feinde, beim Publikum aber fast nur Freunde eingebracht hat. Dieser Mann ist ein Einzelgänger, ein Unbequemer – und für die diskrete Industrie eine ständige Provokation.

Der 54-Jährige gilt als einer der erfolgreichsten Bankiers der Schweiz der vergangenen zehn Jahre. Er hatte einen vielversprechenden Karrierestart als persönlicher Referent von Robert Holzach, dem legendären Verwaltungsratspräsidenten der damaligen Schweizerischen Bankgesellschaft (SBG), Vorgängerin der heutigen UBS. Dann entschied er sich, nach St. Gallen, in die Provinz, zu wechseln. Die Fachwelt schüttelte den Kopf. „Es waren das brachliegende Potenzial und die Möglichkeit, hier Partner zu werden, die mich anzogen“, erzählt Hummler, der aus St. Gallen stammt. Er glaube nicht, dass er unter der nachfolgenden Seilschaft bei der UBS glücklich geworden wäre. Liest man heute seine Kommentare zur Großbank, ist klar: Dort wäre der Freigeist nicht am richtigen Ort gewesen. Doch dazu später.

Vor Hummlers Amtsantritt wurde die Privatbank Wegelin & Co. in St. Gallen gern despektierlich als „Kiosk“ bezeichnet: als Anbieter ohne Profil, als anspruchsloser Kurzwarenhändler, als finanztechnisches Leichtgewicht. Das war 1989. Seither hat die 1741 gegründete und somit älteste Bank der Schweiz – zu deren Eigenheiten gehört, dass sie als Kommanditgesellschaft eine der letzten Privatbanken ist, bei der die Teilhaber unbeschränkt haften – in fast jeder Hinsicht Sprünge gemacht. Sie gehört zu den Schweizer Banken mit dem größten Wachstum; allein in diesem Jahr konnte sie das verwaltete Vermögen von 17 auf 20 Milliarden Franken erhöhen. Sie ist eine Pionierin: Wegelins strukturierte Produkte, die verschiedene Finanzinstrumente kombinieren, um Rendite und Risiko an individuelle Kundenwünsche anzupassen, werden weithin gelobt. Ihre Anlageberater liegen in Rankings immer auf den vordersten Rängen. Und: Sie ist regelmäßig in aller Munde. Dafür sorgt ihr charismatischer Geschäftsführer.

Dabei ist von allen Anekdoten über die Schweizer diejenige die falscheste, wonach die Eidgenossen zum Lachen in den Tresor gehen, denn das Schweizer Bankwesen ist eine überaus ernsthafte Angelegenheit. Wer einmal für eine Bank gearbeitet hat, weiß: Zu lachen gibt es da nichts. Vorbei die Zeiten, als die Chefs an der Zürcher Bahnhofstraße mittags eine Flasche Whisky vernichteten und auch mal über die Stränge schlugen. Heute regiert das Controlling. Umso erfrischender wirkt dieser hemdsärmelige, schnauzbärtige Herr aus St. Gallen, der mit seinen Kunden Kalbsbratwurst essen geht, eine lokale Spezialität, und sich für die Aufführung von Johann Sebastian Bachs gesamtem Kantatenwerk einsetzt, eine Lebensaufgabe.

Sein jüngster Coup übertraf alle Erwartungen: Im traditionellen, regelmäßig publizierten Anlagekommentar von Wegelin & Co. – er erscheint seit 1909 und hat sich unter Hummler zu einer viel gelesenen Streitschrift entwickelt – ereiferte er sich über die niedrige Bewertung der UBS-Aktie. Ein Umstand, der für die Aktionäre, denen er sich als Vermögensverwalter verpflichtet fühle, „in hohem Maße unbefriedigend“ sei. Die Ursache sieht er im UBS-Investmentbanking, das die Bewertung in beträchtlichem Maße „vergiftet“. Hummler schlug deshalb vor, die Großbank in zwei oder drei Teile zu zerschlagen. Ein Angriff auf die mächtige U BS und deren einflussreichen Verwaltungsratspräsidenten Marcel Ospel, der seinesgleichen sucht.

Er lässt sich ungern hineinreden. Und nutzt diese Haltung fürs Marketing

Die Eingangshalle: Man tritt ein wie in eine andere Zeit. Auf das schwere Eisentor folgen zwei hölzerne Flügeltüren und die Schalterhalle, für heutige Maßstäbe klein wie ein Puppenhaus. Die Schalter sind eingerahmt von Holzschnitzereien, welche die jeweiligen Funktionen zeigen: „Wertschriften“ oder „Coupons“. Hübsche Reliquien aus einer gemächlicheren Zeit, aber in gewisser Weise noch aktuell: Bei Wegelin & Co. ist tatsächlich einiges wie früher. Hier schützt kein dickes Panzerglas die Schalterangestellten vor den Kunden. Die Eingangstür ist offen, man braucht nicht zu klingeln wie anderswo. Keine Kameras, keine Türschleusen, keine Wachmänner wie bei den exklusiven Instituten an der Zürcher Bahnhofstraße. In St. Gallen scheint das Bankgeschäft noch Vertrauenssache zu sein. Und offen: Auch Kunden mit kleinem Sparguthaben finden den Weg hierher.

Die Privatbank sei ein aufwendiges Geschäftsmodell, erklärt Hummler. Im besten Fall funktioniere es wie eine Arztpraxis: Zuerst die Anamnese, dann die Diagnose, und aus diesen Erkenntnissen entwickelt man eine Therapie. Das Ziel sei eine langjährige Beziehung, in der möglichst alle Probleme, die im Laufe eines Lebens auftreten können, berücksichtigt werden. Das Modell unterscheidet sich stark vom schnelleren, produktorientierten Banking der Großen. Die Privatbank stehe nicht so stark unter dem Druck, aus dem anvertrauten Kundenvermögen zig Millionen Gewinn zu erwirtschaften, sagt Konrad Hummler. Sie verdiene zwar unter Umständen weniger schnell Geld, verliere aber auch weniger schnell Kunden und müsse entsprechend weniger Neukunden werben. Und das ist einer der größten Kostenfaktoren im heutigen Bankwesen: die Akquisition von neuem Geld. „Die Privatbank ist ein Modell mit viel Zukunft“, ist Hummler überzeugt.

Nun gibt es in der Schweiz viele berühmte Privatbanken mit klingenden Namen: Lombard Odier Darier Hentsch & Cie, Pictet & Cie, Bordier & Cie, Bank Sarasin & Cie AG, Bank Julius Bär & Co. AG, Hentsch Henchoz & Cie, Mirabaud & Cie. Alle mit Sitz an den bekannten Finanzplätzen: in Basel, Genf, Lausanne oder Zürich. Warum also sollte jemand ausgerechnet ins abgelegene St. Gallen fahren, um dort seine Bankgeschäfte abzuwickeln?

Eine Frage, auf die Hummler eine unerwartete Antwort gefunden hat: „Was uns von unseren Mitbewerbern abhebt“, sagt er, „ist die klar nach außen getragene Unabhängigkeit. Dieser explizit bis exaltiert nach außen getragene Wille zur Unabhängigkeit, das ist unser Mantra.“ Es sei vor allem dieser für den Schweizer Bankenplatz ungewöhnlichen Strategie zu verdanken, dass die Privatbank Wegelin & Co. heute in der Meinungsbildung eine Stellung einnimmt, die weit über ihre reine wirtschaftliche Bedeutung hinausgeht. „Und das in einem Umfeld, in dem sich alle ein bisschen die Hand geben und ein bisschen nett sind“, wie Hummler lächelnd ergänzt. „Wir sind aber weder nett, noch geben wir die Hand.“

Außerdem müsse man auch über Risiken reden. Hummler: „Betrachten Sie einmal die Worte unserer Mitbewerber. Das Sprechen über Risiken wird immer vermieden. Klar, es ist ein negativ besetztes Wort. Aber eben auch ein wichtiger Bestandteil unseres Geschäfts. Wer sich um das Phänomen Risiko drückt, ist unglaubwürdig. Der ist ein Schönwetter- oder Hochglanzbanker.“

Schon wieder teilt der höfliche, altmodisch wirkende Herr aus, lächelnd und mit sanfter Stimme. Er blickt über den großen, dunklen Konferenztisch aus Nussbaum. Hinter ihm tickt eine alte goldene Wanduhr. Dann sagt er plötzlich: „Auf diesem Tisch hat übrigens schon mal eine Leiche gelegen.“ Noch in der Anfangszeit der Bank sei einmal ein Teilhaber im Amt gestorben. Man wusste nicht, wo man den Leichnam aufbahren sollte, und habe ihn darum vorübergehend ins Konferenzzimmer gelegt. Es ist ein makabrer kleiner Schocker, der dem Bankier sichtlich Spaß bereitet. Und den er so rasch wie geschickt in die Konversation einzuflechten vermag: „Ich sage immer: Lieber die Leichen auf dem Tisch als im Keller.“

Seinen größten, manche sagen verheerendsten Coup landete Konrad Hummler im September 2004, als er geräuschvoll aus dem Verwaltungsrat der Schweizerischen Bankiervereinigung austrat, dem Dachverband der Schweizer Banken, eine der einflussreichsten Interessengruppen im Land. Aus Protest dagegen, dass das Gremium keine Diskussion über die bilateralen Verträge zwischen der Schweiz und der EU führen wollte. Das Wort Protest findet Hummler zu hoch gegriffen; vielmehr sei es um Prinzipien gegangen. „Es gab in den Verträgen zwei Abschnitte, über die man anderer Meinung hätte sein können. Ich bin nicht ausgetreten, weil ich anderer Meinung war, sondern weil der Verwaltungsrat die Frage nicht einmal auf die Tagesordnung gesetzt hat, obwohl ich das verlangt habe“, sagt er. Diskussionen über gewisse strategische Fragen müssten aber möglich sein.

Mit „gewissen strategischen Fragen“ ist unter anderem der Schutz des vielerorts kritisierten und bewunderten Schweizer Bankgeheimnisses gemeint, das für den Bankenplatz von erheblicher Bedeutung ist, besonders für die Privatbanken. Das Bankgeheimnis ist kein Verfassungsgrundsatz, sondern ein filigranes Gebilde aus Gesetzen und Verordnungen, die bei bilateralen oder multilateralen Verträgen in die Diskussion geraten. Der Stein des Anstoßes ist, dass die Schweiz Steuerhinterziehung nur als einfache Übertretung ahndet und darum im Sinne einer doppelten Strafbarkeit die Strafverfolgung gegen ausländische Steuerflüchtlinge nicht zulässt. Ein Umstand, der vor allem die Nachbarländer immer wieder gegen die Eidgenossen aufbringt.

Den Kollegen geht er auf die Nerven, das Publikum liebt den notorischen Unruhestifter

„Die Frage ist: Kommt jemand in die Schweiz, weil er Steuern sparen will, oder gibt es andere Gründe?“, sagt Hummler, für den das Bankgeheimnis ein zentrales Glied in der Wertschöpfungskette ist. Seiner Erfahrung nach flüchten ausländische Kunden vor allem vor möglichen künftigen Steuerbelastungen. „Der Gang in die Schweiz würde sich sonst nicht lohnen, denn er ist aufwendig und gefährlich. Zudem kann man das Geld nicht so leicht in einen normalen Kreislauf zurückführen.“ Hinzu kämen Sicherheitsfragen: Niemand verlasse Russland mit seinem niedrigen Steuersatz von 13 Prozent aus Steuergründen, sondern vielmehr aus Mangel an Vertrauen – in staatliche Institutionen, Strafverfolgungsbehörden, Geschäftspartner, Nachbarn und Familienmitglieder. „Das Bankgeheimnis entspricht einem Bedürfnis nach Diversifikation und Privatsphäre“, so Hummler.

Offenbar gebe es in weiten Teilen der Welt ein Bedürfnis, außerhalb des eigenen Wohnorts zu sparen. Wofür er viel Verständnis aufbringt, auch wenn es sich dabei um Steuerflucht handelt. Er habe überhaupt kein Problem, sagte Hummler einmal in einem Interview, unversteuertes Geld aus Deutschland anzunehmen. Es gebe eine Grenze für „anständig hohe Steuern“, und diese Grenze sei in Deutschland überschritten. Vermögen werde in Deutschland zunehmend stigmatisiert.

Den Eklat im Verwaltungsrat hat die Schweizerische Bankiervereinigung lange tunlichst verschwiegen, bis er von der „Weltwoche“ publik gemacht wurde. Und für Aufsehen sorgte, weil er sich – so meinten Nationalkonservative – zur Abstimmungspropaganda eignete: Endlich war da eine glaubwürdige Figur, die die bilateralen Verträge torpedierte. Doch da hatten sie sich getäuscht. Hummler trieb etwas anderes um: Er wollte lediglich, dass diskutiert wird – und will es noch heute. „Die Frage ist doch, wo wir in zehn, fünfzehn Jahren stehen wollen. Nur zu postulieren, dass wir nicht in die EU wollen, ist zu wenig. Aus einer Negation entsteht noch keine Strategie“, so Hummler, der selbst genau weiß, dass die Schweiz einen Schritt nach vorn machen muss. Kürzlich schlug er vor, das Alpenland zum Stadtstaat zu machen, eine Art Hongkong mitten in Europa. Dieser Idee würde er gern zum Durchbruch verhelfen. Wenn nur das Parlament nicht eine so „furchtbar ineffiziente“ Angelegenheit wäre. Wenn nur die in der Schweiz praktizierte direkte Demokratie nicht so ein träges Wesen wäre.

Die Branche reagierte auf Hummlers lauten Abgang bei der Bankiervereinigung mit einer Mischung aus Achtung und Ächtung. „Man hat mich auch als krassen Außenseiter qualifiziert“, so Konrad Hummler. Mittlerweile scheine man sich damit abgefunden zu haben, dass der Privatbankier aus der Provinz unangenehme Fragen stellt – und ist vielleicht sogar froh darum. „Prinzipien muss man auch einhalten, wenn man im Gegenwind steht“, sagt er. Doch für ihn sei klar, dass die Mehrheit prinzipienfrei sei.

Da ist sie wieder, die beiläufig platzierte Bemerkung, die sich bei genauerem Hinhören als rhetorische Bombe entpuppt. Wieder lässt es Hummler krachen und wie gewohnt in leisem Ton. Die linke „Wochenzeitung“ hat den Radikalliberalen einmal als Bankieranarchisten bezeichnet – bewundernd, wohlgemerkt. Welcher Bankier bekommt schon Applaus von links? Bisweilen hat man bei ihm den Eindruck, dass alle letztlich froh sind, dass er die Dinge ausspricht; nur in der Öffentlichkeit beipflichten will ihm dann doch keiner. Konrad Hummler ist eine Art liebster Feind.

In der Bevölkerung hingegen hat er sich mit seinen Wortmeldungen ein Image als der „Gute“ unter den Bankiers geschaffen. Selbst in der Bahnhofsgaststätte von St. Gallen bekommt man von der Trinkerrunde nur lobende Worte zu hören über den weithin bekannten Sohn der Stadt: „Hummler? Ja, das ist ein Guter.“ Immer schwingt dabei eine latente Abneigung gegen die anderen protzigen Banker mit.

Er müsse aufpassen, dass er nicht in die Funktion des Hofnarren gerate, sagt Hummler, der unter anderem im Verwaltungsrat der Schweizerischen Nationalbank und der „Neuen Zürcher Zeitung“ sitzt und trotz seiner Missachtung der Spielregeln als einer der am besten vernetzten und einflussreichsten Manager der Schweiz gilt. Der Hofnarr sei zwar gescheiter als der König, habe aber keine Macht. Er sieht seine Funktion anders: „Wir sind nicht in einem Königshaus. Wenn eine dezidiert andere Meinung nicht mehr vertreten werden kann, sind wir keine Demokratie mehr.“

Nein, die großen Worte scheut er ebenso wenig wie große Vergleiche. „Was dachte wohl Noah, als es zu regnen begann?“, sinnierte er unlängst. „War er froh, dass er recht bekam, oder traurig darüber, dass nun die Welt in ihrer ganzen Pracht ersäuft wurde?“ Und philosophierte – es ging um die Hypothekenkrise in den USA, vor der er gewarnt hatte – genüsslich weiter: „Vermutlich waren seine Gefühle so ambivalent wie zurzeit meine.“

Viel bescheidener ist sein Auftritt gegenüber Kunden. Zu seinem Selbstverständnis als Privatbankier befragt, sagt Hummler: „Die Abwesenheit von Überheblichkeit ist entscheidend. Wir sind ein Dienstleister, wie ein Anwalt oder ein Friseur.“ Nur weil man mit Geld zu tun habe, bewege man sich noch nicht in einer höheren Sphäre. Und wie reagieren die Kunden auf seine Medienauftritte? „Ich begegne bei meinen Kunden vielen verschiedenen Ansichten und führe oft Diskussionen. Mir macht es Spaß, eine gute Debatte zu führen. Und die Kunden schätzen es auch“, sagt er. Es ist die Antithese des modernen Bankings, und die scheint erfolgreich zu sein. Die Welt könnte mehr solcher unbequemen Köpfe vertragen. Und nicht nur die Bankenwelt.

Die Banker vom Zürcher Paradeplatz besinnen sich angesichts Hummlers rücksichtsloser Rhetorik aber lieber auf die Tradition: Sie werden wieder diskret wie Bankiers. Bestimmt nehmen sie jede seiner Äußerungen wahr, wie sie kleinste Bewegungen der Aktienkurse registrieren. Nur kommentieren wollen sie sie nicht. Eine Kontroverse könnte dem Geschäft schaden.

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Eingeordnet unter brand eins, Wirtschaft

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