Archiv der Kategorie: Verkehr

Vom Fach: Neulich auf dem Sportflugplatz

© NZZ Folio, 3. August 2009

Sonntagnachmittag, 14 Uhr 30 an der Flightline eines kleinen Flugfelds. Segelflugwetter. Was reden die da? Wir übersetzen.

Von Lukas Egli

«Oh, schau dort, eine Taurus! Das wird mein nächstes Flugzeug.»
«Mh, ja, ja, das wäre was anderes als deine G 109.»
«Das ist Ultraleichtbau! Ohlmann hat sie in den höchsten Tönen gelobt!»
«Mh, ja, ja. Weisst du noch, wie wir mit der Grob damals in Frankreich durch die feste Nebeldecke geflogen sind?»
«Das STOL ist quasi konkurrenzlos!»
«Mh, ja, ja. Das war ja damals völlig gegen die VFR.»
«Ich habe gelesen, sie soll einen Gleitwinkel von 1:41 haben!»
«Mh, gut, gut. Du, die Grob hätte damals leicht die Ohren anlegen können.»
«Und schau: feste Winglets!»
«Mh, ja, ja. Oder weisst du noch, wie ich damals mit dem Falken in Samaden startete und fast in den Muottas Muragl geflogen bin?»
«Mit der kommst du nicht ins Rollen!»
«Mh, ja, ja. Was ist das damals doch für ein warmer Tag gewesen!»

Taurus: modernes Motorsegelflugzeug. G109: ­veraltetes Motorsegelflugzeug. Ultraleichtbau: Flugzeuge, deren Abfluggewicht 472 kg nicht überschreiten darf. Klaus Ohlmann: Segelflug-Ikone; Langstreckenweltrekordhalter. Grob: Flugzeughersteller. Feste Nebeldecke: Tabuzone für Segelflugzeuge. STOL: Short Takeoff and Landing; Flugeigenschaften, die über das Verhalten im Langsamflug Auskunft geben. VFR: Visual Flight Rules; Regeln des Sichtflugs. Gleitwinkel: Verhältnis von Höhe zu Strecke im Gleitflug. Ohren anlegen: auseinanderbrechen. Winglets: hochgezogene Flügelenden. Falke: der «Volkswagen» unter den Motorsegelflugzeugen. Samedan: höchstgelegener Flughafen Europas; wegen der dünnen Luft eine Herausforderung für Segelflieger. Rollen: Drehung um die Längsachse.

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Benutzen, nicht besitzen

Erschienen in «Brandeins», 1. Oktober 2007

Ein Auto haben, ohne sich darum zu kümmern? Das könnte die Zukunft des Automobils sein, wie ein Blick in die Schweiz zeigt.

© Lukas Egli, 2007

Immer mehr Menschen fahren immer mehr Autos. Fahren? Das ist wohl das falsche Wort. Immer mehr Autos verursachen immer mehr Staus; meist rollen sie lediglich. Andererseits wird ein Personenwagen im Schnitt nur rund eine Stunde am Tag bewegt. Eigentlich müsste man also sagen: Immer mehr Menschen lassen immer mehr Autos herumstehen. Ein ökonomischer Unsinn, dem Abhilfe verschafft werden könnte. Weiterlesen

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